In unserer Arbeit konnten wir verschiedene Problemkomplexe identifizieren, mit denen die Kinder und Jugendlichen aus Caballona und Lechería täglich konfrontiert werden.

 

Mit den folgenden Maßnahmen versuchen wir, auf diese vielschichtigen Probleme einzuwirken.


 

Teambuilding vs. Gewalt

Konflikte in den Slums werden oftmals mit körperlicher Gewalt gelöst. Es gilt besonders bei den Jugendlichen das ›Prinzip des Stärkeren‹. Durch das regelmäßige Fußballtraining bei Café con Leche werden daher implizit Konfliktlösungsstrategien vermittelt. Als Grundprinzip liegt dabei der Respekt und das Anerkennen des Charakters im Vordergrund. Der Teamsport bzw. die eigene Unterordnung für das gemeinsame Ziel soll dabei als Parallele zwischen dem Fußball und der persönlichen Entwicklung genutzt werden.

Bildung vs. Perspektivlosigkeit

Unser Sportprogramm hat das Ziel, den Kindern eine Alternative zum gewöhnlichen Alltag zu geben. Um sich dahingegen eine eigene Existenz aufzubauen, ist Bildung das wichtigste Mittel. Deswegen verpflichten wir unsere Spieler, die örtliche Schule zu besuchen. Dadurch versprechen wir uns eine höhere Motivation, die eigenen schulischen Leistungen zu verbessern, um sich damit eine Chance einer besseren Bildung sowie Berufsaussicht zu erarbeiten. Außerdem bieten wir Nachhilfe, Stipendien und ergänzende Hausaufgabenbetreuung.

Mädchengruppe vs. Sexismus

Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern ist auch die dominikanische Gesellschaft klar männlich dominiert. Wir möchten auch jungen Mädchen und Frauen die Chance geben, sich sportlich zu betätigen und ihre Ziele zu verwirklichen. So gibt es zwei Mädchen-Teams, die sich sehr großer Beliebtheit erfreuen. Selbstvertrauen und Bewusstseinsbildung der eigenen Möglichkeiten aller TeilnehmerInnen stehen im Vordergrund der regelmäßigen Treffen.

Aufklärung vs. Prostitution

Die Dominikanische Republik ist leider auch bekannt für einen florierenden Sex-Tourismus. Viele junge Frauen sehen sich durch Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit zu diesem Schritt gezwungen. Durch Workshops in Zusammenarbeit mit Psychologen und Pädagogen hoffen wir, die jungen Frauen in Caballona und Lechería auch mit der Einbindung ihrer Eltern vor diesem Schicksal bewahren zu können, und versuchen, andere Möglichkeiten aufzuzeigen.

Teamsport vs. Soziale Segregation

Nicht erst seit dem Erdbeben in Haiti in 2010, nach dem zahlreiche haitianische Flüchtlinge in die Dominikanische Republik strömten, herrschen in der dominikanischen Bevölkerung große Ressentiments gegenüber HaitianerInnen. Durch den Fußball ist es möglich, dass Kinder verschiedener ethnischer und sozialer Herkunft in Kontakt miteinander kommen. Es können Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut und vermieden werden. 

Elternabende vs. Häusliche Gewalt

In vielen Familien in den sozialen Brennpunkten Santo Domingos ist Gewalt eine probate ›Erziehungsmethode‹. Auf Elternabenden problematisieren wir diese Methoden und versuchen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern Problemlösungsstrategien zu erarbeiten. Die Elternabende veranstalten wir zusammen mit den Projektpartnern Society of the Holy Child Jesus und der Schule Fe y Alegría.

Schulworkshops vs. Fehlendes Problembewusstsein

Unsere Arbeit möchte auch in Deutschland auf soziale Thematiken wie Armut und Rassismus aufmerksam machen und sensibilisieren. Daher veranstalten wir in deutschen Schulen, Universitäten und Vereinen Vorträge, bei denen wir von unseren Erfahrungen berichten und dazu aufrufen, selbst sozial tätig zu werden.

Prävention vs. Drogen

Der Konsum von Marihuana und Kokain sowie nicht zuletzt das Schnüffeln von Klebstoff gehört leider zum Alltag vieler Jugendlicher in den sozialen Brennpunkten der Dominikanischen Republik. Mit Hilfe von gezielten Aufklärungsvorträgen  versuchen wir auf die Gefahren und Konsequenzen von Drogenkonsum hinzuweisen und einen alternativen Weg mit Bildung und Sport aufzuzeigen.